Cannabis decarboxylieren: Die Wirkung des THC aktivieren







Verfasst von: Janina Horn

Lesezeit: 12 Minuten

Veröffentlicht am: 04.06.2024

Verfasst von: Janina Horn

Lesezeit: 12 Minuten

Veröffentlicht am: 04.06.2024




Damit seine potenziellen therapeutischen Vorteile genutzt werden können, muss man Cannabis decarboxylieren, also den Wirkstoff aktivieren. 

Cannabis ist längst nicht mehr nur als Freizeitdroge bekannt, sondern gewinnt zunehmend an Bedeutung in der medizinischen Welt. 

Durch die Decarboxylierung, welche die Umwandlung von nicht-psychoaktivem THCA in das psychoaktive THC ermöglicht, können Ärzte und Apotheker verschiedene medizinische Effekte erzielen und verschiedene Cannabis-Konsumformen angeboten werden. 

In diesem Artikel erfahren Sie nicht nur alles zum Thema Cannabis decarboxylieren, sondern erhalten auch verschiedene Vorschläge zu seiner Dosierung, Wirkung und Anwendung im medizinischen Bereich.



INHALTSVERZEICHNIS


Unterschied Sativa, Indica und Hybrid

Moderne Einteilung: Chemovare statt Sorten

Chemische Zusammensetzung von Sativa, Indica und Hybriden

Medizinische Wirkung und Anwendung von Sativa, Indica und Hybriden

Unterschied Sativa, Indica und Hybrid: Mythen und Missverständnisse

Fazit zu Sativa, Indica und Hybrid

FAQ zu Sativa, Indica und Hybrid


Unterschied Sativa, Indica und Hybrid: Definition der Genetiken


Cannabis Sativa und Cannabis Indica sind die zwei Hauptunterarten der Cannabispflanze, die sich in verschiedenen Aspekten unterscheiden, darunter: 

  • Herkunft 
  • Erscheinungsbild 
  • Wachstumsbedingungen 
  • Wirkungsprofil 

Cannabis Sativa 

Herkunft und Eigenschaften: 

  • Erstmals klassifiziert: 1753 von Carl von Linné. 
  • Region: Ursprünglich aus heißen, trockenen Klimazonen wie Afrika, Mittelamerika und Südostasien. 
  • Aussehen: Hohe Pflanzen, die bis zu 3,60 Meter groß werden können. Sie haben dünne, fingerartige Blätter. 

Wirkung und Verwendung: 

  • Cannabinoid-Profil: Höhere Anteile an THC, niedrigerer CBD-Gehalt. 
  • Wirkung: Erzeugt ein Hochgefühl, energetisierend, stimmungsaufhellend, kann Kreativität und Produktivität steigern. 
  • Medizinische Anwendung: Gegen chronische Schmerzen, Migräne, Depressionen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Brechreiz. 
  • Empfohlene Anwendung: Tagsüber. 

Beispielhafte Sorten:  

Cannabis Indica 

Herkunft und Eigenschaften: 

  • Erstmals klassifiziert: 1785 von Jean Baptiste de Lamarck. 
  • Region: Ursprünglich aus rauen, trockenen Klimazonen wie Indien, Afghanistan, Pakistan und der Türkei. 
  • Aussehen: Kürzere Pflanzen mit breiten Blättern. Sie wachsen schneller und sind robuster, was sie ideal für den Innenanbau macht. 

Wirkung und Verwendung: 

  • Cannabinoid-Profil: Höherer CBD-Gehalt im Vergleich zu THC. 
  • Wirkung: Entspannend, beruhigend, schmerzlindernd, appetitsteigernd. 
  • Medizinische Anwendung: Gegen chronische Schmerzen, Schlafstörungen, entzündliche Erkrankungen, sowie zur Linderung von Symptomen bei Parkinson-Krankheit und Multiple Sklerose. 
  • Empfohlene Anwendung: Abends. 

Beispielhafte Sorten:  

Hybride 

Hybride entstehen aus der Züchtung von Kombinationen von Sativa- und Indica-Sorten. 

Das Verhältnis der CBD- zu THC-Anteile und das Wirkprofil kann dabei stark variieren. 

Lesen Sie im Artikel “Welche Wirkung hat THC im Gehirn?” mehr dazu, was aktuelle Fakten und Studien besagen. 

Die Hybride werden gezüchtet, um bestimmte Wirkungen zu erzielen, und können in Sativa-dominante, Indica-dominante und ausgewogene Formen eingeteilt werden. 

Medizinische Anwendung: 

Sie ist ähnlich wie bei Sativa und Indica, je nach dominanter Genetik. Typische Anwendungsbereiche sind chronische Schmerzen, Ess- und Schlafstörungen, chronisch-entzündliche Erkrankungen, Epilepsie, Multiple Sklerose, Angststörungen und Depressionen. 

Beispielhafte Sorten: 


Moderne Einteilung: Chemovare statt Sorten


Chemovare sind eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Klassifizierung von Cannabispflanzen basierend auf ihrer chemischen Zusammensetzung, insbesondere dem Verhältnis der Haupt-Cannabinoide und Terpene. 

Terpene und ihre Wirkung haben dabei einen Einfluss auf das Wirkprofil, auch bekannt unter dem Begriff Entourage-Effekt. 

Diese Einteilung geht über die traditionelle Unterscheidung in Sativa, Indica und Hybride hinaus und bietet eine präzisere Beschreibung der möglichen Wirkungen und Anwendungen der Pflanze. Hier sind die Hauptmerkmale und Typen von Chemovaren: 

Merkmale von Chemovaren 

Chemovare weisen 3 herausstechende Merkmale auf, nach denen die Sorten zugeordnet werden: 

  1. Chemische Zusammensetzung: Chemovare werden nach dem Profil ihrer chemischen Bestandteile klassifiziert, vor allem der Cannabinoide (wie THC, CBD) und Terpene. 
  1. Cannabinoid-Profil: Unterscheidung basierend auf dem Verhältnis der enthaltenen Cannabinoide. 
  1. Terpen-Profil: Terpene tragen zum Duft der Pflanze bei und beeinflussen auch die Wirkung. 

Haupttypen von Chemovaren 

Die Einteilung nach chemischer Zusammensetzung wird nach 3 Typen klassifiziert: 

  • Typ 1: Hoher THC-Anteil. 
  • Typ 2: Kombination aus THC und CBD. 
  • Typ 3: Hoher CBD-Anteil. 

Sie benötigen Unterstützung bei der Auswahl passender Sorten und ihrer Genetik/Chemovare, um medizinisches Cannabis auf Rezept auszustellen? Dann nutzen Sie die kostenlose Hotline der Cannamedical Pharma und lassen sich von Experten zu diesem Thema beraten! 


Chemische Zusammensetzung von Sativa, Indica und Hybriden


Die chemische Zusammensetzung von Hybriden, Indica und Sativa wirkt sich vor allem auf ihren THC- und CBD-Gehalt, sowie die Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten aus. 

Sativa 

Sativa-Sorten enthalten typischerweise einen höheren THC-Gehalt und einen niedrigeren CBD-Gehalt, was zu anregenden und energetisierenden Effekten führt. 

Diese Sorten werden oft zur Behandlung von Krankheiten wie: 

  • Depressionen, 
  • Müdigkeit und 
  • stimmungsbedingten Störungen verwendet.  

Terpene wie Limonen und Pinene sind häufig in Sativa-Sorten enthalten und tragen zu deren belebender Wirkung bei.  

Indica 

Indica-Sorten haben oft einen höheren CBD-Gehalt und variierende THC-Gehalte, was zu entspannenden und sedierenden Effekten führt. 

Diese Sorten eignen sich gut zur Behandlung von: 

  • Schmerzen, 
  • Schlafstörungen, 
  • Muskelspastizität und 
  • Übelkeit. 

Terpene wie Myrcene, Caryophyllene und Linalool sind typisch für Indica-Sorten und unterstützen deren beruhigende und schmerzlindernde Eigenschaften.  

Hybride 

Hybride sind Kreuzungen aus Sativa- und Indica-Sorten und weisen variierende THC- und CBD-Gehalte auf, abhängig von den genetischen Elternpflanzen. 

Sie kombinieren die Effekte beider Sorten und können sowohl anregend als auch entspannend wirken.  

Hybriden werden gezielt gezüchtet, um spezifische medizinische und psychoaktive Effekte zu erzielen und eignen sich zur Behandlung einer breiten Palette von Beschwerden.



Unterschied Sativa Indica Medizinische Anwendung

Medizinische Anwendung und Wirkung von Sativa, Indica und Hybriden


Damit Sie die passende Sorte für die Beschwerden Ihres Patienten auswählen können, finden Sie die generelle medizinische Wirkung und die Anwendungsmöglichkeiten im Folgenden noch einmal aufgelistet: 

Sativa 

Medizinische Wirkung: 

Sativa-Sorten sind bekannt für ihre anregende und energetisierende Wirkung. Sie können die Stimmung heben, die Kreativität fördern und geistige Aktivität steigern. 

Anwendung: 

Aufgrund ihrer Eigenschaften werden Sativa-Sorten oft zur Behandlung von Depressionen, Müdigkeit und stimmungsbedingten Störungen eingesetzt. Sie eignen sich auch zur Linderung von Symptomen wie chronischen Schmerzen und Appetitlosigkeit. 

Praxisbeispiele: 

  • Amsterdam Amnesia: Kann bei Depressionen und Müdigkeit helfen, da sie eine belebende Wirkung hat. 
  • Candyland: Geeignet zur Behandlung von chronischen Schmerzen und zur Förderung der Kreativität. 
  • Tangie Chem: Kann bei Appetitlosigkeit und stimmungsmäßigen Störungen eingesetzt werden. 

Indica 

Medizinische Wirkung: 

Indica-Sorten sind für ihre entspannende und sedierende Wirkung bekannt. Sie können helfen, Stress abzubauen, Schmerzen zu lindern und einen tieferen Schlaf zu fördern. 

Anwendung: 

Indica-Sorten werden häufig zur Behandlung von Schlafstörungen, chronischen Schmerzen, Muskelspastizität und Übelkeit verwendet. Sie eignen sich auch zur Linderung der Symptome von Angstzuständen und Entzündungen. 

Praxisbeispiele: 

  • El Jefe: Gut geeignet zur Linderung von chronischen Schmerzen und Schlafstörungen. 
  • Kade’s Kush: Kann bei Muskelspastizität und Übelkeit helfen. 
  • Granddaddy Purple: Eignet sich zur Behandlung von Schlafstörungen und Angstzuständen. 

Hybride 

Medizinische Wirkung: 

Hybride kombinieren die Eigenschaften von Sativa und Indica und bieten daher eine ausgewogene Wirkung. Je nach genetischer Zusammensetzung können sie sowohl anregend als auch entspannend wirken. 

Anwendung: 

Hybride werden zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, darunter chronische Schmerzen, Ess- und Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen und entzündliche Erkrankungen. Sie bieten Flexibilität und können gezielt für bestimmte therapeutische Effekte gezüchtet werden. 

Praxisbeispiele: 

  • Gelato Dream: Kann bei Angstzuständen und Depressionen helfen, da sie sowohl entspannende als auch stimmungsaufhellende Effekte bietet. 
  • Gorilla Zkittlez: Geeignet zur Behandlung von chronischen Schmerzen und Entzündungen. 
  • Blue Cookies: Kann bei Schlafstörungen und Muskelspastizität helfen, bietet gleichzeitig aber auch eine leichte stimmungsaufhellende Wirkung. 

Durch die Wahl der richtigen Sorte können Patienten gezielt die Symptome ihrer Erkrankungen lindern und ihre Lebensqualität verbessern. Ärzten und Apothekern wird empfohlen, die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten zu berücksichtigen und entsprechende Sorten auszuwählen. 

Um Unterstützung bei der jeweiligen Auswahl der passende Sorte zu erhalten, nehmen Sie das kostenlose Angebot der Cannamedical Pharma, eine Hotline zur Beratung für Ärzte und Apotheker, in Anspruch.



Unterschied Sativa Indica Mythen

Unterschied Sativa, Indica und Hybrid: Mythen und Missverständnisse


Im Folgenden erhalten Sie eine Einschätzung zu den 3 häufigsten Mythen und Missverständnissen, die im Bereich “Cannabis Genetik” weit verbreitet sind: 

Mythos 1: Sativa macht immer „high“, Indica macht immer „stoned“ 

Dieser Mythos besagt, dass Sativa-Sorten stets eine euphorische und geistig anregende Wirkung haben, während Indica-Sorten den Konsumenten müde und entspannt machen. 

Tatsächlich ist die Wirkung von Cannabis stark abhängig von der chemischen Zusammensetzung, insbesondere von den Cannabinoiden und Terpenen.  

Es gibt außerdem verschiedene Cannabis Konsumformen, die decarboxyliertes Cannabis zur Verwendung “bereit” machen. 

Es gibt Sativa-Sorten, die entspannend wirken können, und Indica-Sorten, die eine anregende Wirkung haben. 

Mythos 2: Äußere Merkmale bestimmen die Wirkung 

Viele glauben, dass die äußeren Merkmale einer Pflanze, wie die Form der Blätter und die Größe, direkt mit der Wirkung korrelieren. 

Während diese Merkmale historisch zur Einteilung genutzt wurden, ist die tatsächliche Wirkung vielmehr von der chemischen Zusammensetzung, insbesondere den Konzentrationen von THC, CBD und Terpenen, abhängig. 

Mythos 3: Hybriden sind weniger wirksam 

Ein weiteres Missverständnis ist, dass Hybriden weniger wirksam sind oder keine klaren Wirkungen haben. 

In Wirklichkeit können Hybriden speziell gezüchtet werden, um bestimmte Wirkungen zu erzielen, und bieten oft eine ausgewogenere Wirkung, die für viele medizinische Anwendungen vorteilhaft sein kann.



Fazit: Sativa, Indica, Hybrid


Die traditionelle Einteilung in Sativa und Indica bietet eine grobe Orientierung, ist jedoch oft zu vereinfacht. 

Moderne Ansätze legen mehr Wert auf die chemische Zusammensetzung der Pflanze, um deren Wirkung besser vorherzusagen. 

Für Patienten und medizinische Fachkräfte ist es daher wichtig, die spezifischen Bedürfnisse und das individuelle Wirkprofil der Cannabissorten zu berücksichtigen.


FAQ zum Thema Sativa-, Indica- und Hybrid-Sorten


Im Folgenden finden Sie Antworten auf weitere Fragen zu diesem Thema. 

Was sind die Unterschiede zwischen Indica- und Sativa-Sorten? 

Indica-Pflanzen sind in der Regel kleiner und buschiger mit breiteren Blättern, während Sativa-Pflanzen größer werden und schmale Blätter haben. 

Welche Wirkung haben Cannabis Indica und Cannabis Sativa? 

Cannabis Indica wird oft mit einer entspannenden und sedierenden Wirkung in Verbindung gebracht, während Cannabis Sativa eher eine psychoaktive und anregende Wirkung haben kann. 

Was sind Cannabinoide und Terpene? 

Cannabinoide sind chemische Verbindungen in Hanf, wie z.B. Cannabidiol (CBD). Terpene sind Aromastoffe, die der Pflanze ihr charakteristisches Aroma verleihen. 

Gibt es Unterschiede zwischen Indica und Sativa im Anbau? 

Ja, Indica-Pflanzen haben oft eine kürzere Blütezeit und sind besser für den Indoor-Anbau geeignet, während Sativa-Pflanzen aufgrund ihrer Größe und Struktur eher für den Outdoor-Anbau empfohlen werden. 

Können Hybridsorten von Indica und Sativa hergestellt werden? 

Ja, durch gezielte Kreuzung von Indica- und Sativa-Pflanzen können Hybridsorten mit den gewünschten Eigenschaften gezüchtet werden. 

Welche Unterschiede gibt es in der Wirkung von Cannabis Indica und Cannabis Sativa? 

Cannabis Indica wird oft mehr mit einer tieferen Entspannung und Schläfrigkeit in Verbindung gebracht, während Cannabis Sativa eher eine anregende und energetisierende Wirkung haben kann. 

Was sind Indica und Sativa in Bezug auf botanische Unterkategorien? 

Indica und Sativa sind zwei botanische Unterarten von Cannabis, die sich in ihren physischen Eigenschaften und Wirkungen unterscheiden. 






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